
Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Freizeitgruppe,
liebe Wanderfreundinnen und Wanderfreunde,
liebe Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter,
liebe LAB - Teilnehmerinnen und Teilnehmer,
irgendwann kommt auf jedem Weg der Moment, an dem man stehen bleibt, zurückblickt und merkt:
Jetzt beginnt ein neuer Abschnitt.
Für mich ist dieser Moment nun gekommen.
Nach vielen Jahren habe ich meine ehrenamtlichen Aufgaben in der Freizeit- und Wandergruppe im August 2025 beendet. Inzwischen weiß ich: Dieser Abschied war nicht nur das Ende einer Aufgabe, sondern gleichzeitig der Beginn einer großen persönlichen Veränderung.
„In Hamburg sagt man Tschüss“ – und genau das möchte ich heute noch einmal sagen. Mit einem wehmütigen Gefühl, aber vor allem mit einem Lächeln, großer Dankbarkeit und einem riesigen Rucksack voller Erinnerungen.
Als ich vor fast 30 Jahren begann, mich ehrenamtlich zu engagieren, hätte ich niemals gedacht, wohin mich dieser Weg einmal führen würde.
Eigentlich war mein Wunsch ganz einfach: Menschen zusammenzubringen.
Menschen, die gemeinsam etwas unternehmen möchten. Die Freude am Wandern, an Ausflügen, an neuen Orten und am geselligen Miteinander haben. Menschen, die vielleicht allein zu einer Veranstaltung gekommen sind und am Ende als Teil einer Gemeinschaft wieder nach Hause gegangen sind.
Heute, fast drei Jahrzehnte später, kann ich sagen:
Genau das ist gelungen – und wahrscheinlich in einem Umfang, den ich mir damals niemals hätte vorstellen können.
Tausende Menschen zusammengebracht
Wenn ich auf die vergangenen fast 30 Jahre zurückblicke, erfüllt mich eine Sache mit ganz besonderer Freude:
Durch meine Veranstaltungen, Freizeitangebote, Wanderungen, Ausflüge und mein ehrenamtliches Engagement durfte ich Tausende Menschen zusammenbringen.
Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten haben sich bei unseren Unternehmungen kennengelernt. Manche kamen allein, manche kannten zunächst niemanden – und manche gingen am Ende mit neuen Bekannten oder sogar neuen Freunden nach Hause.
Aus einzelnen Begegnungen entstanden Freundschaften, gemeinsame Unternehmungen und feste Gruppen.
Einige dieser Gruppen bestehen bis heute.
Menschen treffen sich weiterhin, gehen gemeinsam wandern, unternehmen Ausflüge, besuchen Veranstaltungen oder verbringen einfach eine schöne Zeit miteinander.
Wenn ich daran denke, dass sich viele dieser Menschen ohne meine Initiative und mein Engagement vielleicht niemals begegnet wären, macht mich das schon ein wenig stolz. Nicht wegen einer Funktion oder eines Amtes.
Sondern weil daraus etwas entstanden ist, das viel wichtiger ist:
Gemeinschaft.
Vielleicht ist genau das eines der schönsten Dinge, die von meinem jahrzehntelangen Engagement bleiben werden.
Nicht die Zahl der Veranstaltungen.
Nicht die Zahl der Wanderkilometer.
Nicht die vielen Stunden der Organisation.
Sondern Menschen, die sich gefunden haben.
Und wenn ich heute sehe, dass einige von ihnen noch immer miteinander verbunden und gemeinsam unterwegs sind, weiß ich:
All die Zeit, all die Organisation und all das Engagement haben sich gelohnt.
Gemeinsam unterwegs
Wir haben gemeinsam unzählige schöne Momente erlebt. Wir haben gelacht, geredet, gespielt, gefeiert, neue Orte entdeckt und natürlich viele, viele Kilometer gemeinsam zurückgelegt.
Wir sind durch Sonnenschein und Regen gewandert – manchmal wahrscheinlich auch durch Wetter, bei dem vernünftige Menschen lieber zu Hause geblieben wären.
Aber wir waren unterwegs.
Und genau darum ging es immer: gemeinsam unterwegs zu sein.
Dabei war für mich nie entscheidend, wie viele Kilometer wir geschafft haben oder welches Ziel am Ende einer Wanderung erreicht wurde. Viel wichtiger waren die Menschen, die dabei waren, die Gespräche unterwegs, das gemeinsame Lachen und die vielen kleinen Geschichten, an die man sich manchmal noch Jahre später erinnert.
Genau diese Begegnungen waren für mich immer der eigentliche Sinn meines ehrenamtlichen Engagements.
Mehr als ein Ehrenamt
Dieses Ehrenamt war für mich niemals nur eine Aufgabe in meinem Terminkalender.
Es war eine Herzensangelegenheit.
Ich habe Veranstaltungen geplant, Ausflüge vorbereitet, Wanderstrecken ausgesucht, organisiert, telefoniert, geschrieben und manchmal wahrscheinlich mehr Zeit in die Vorbereitung gesteckt, als man von außen überhaupt sehen konnte.
Natürlich war nicht immer alles einfach. Es gab Herausforderungen, kurzfristige Änderungen und sicherlich auch Momente, in denen ich mich gefragt habe, warum ich mir das eigentlich alles antue.
Doch spätestens dann, wenn ich gesehen habe, dass Menschen gemeinsam einen schönen Tag erlebt haben, wusste ich wieder ganz genau, warum.
Eure Freude war für mich immer die schönste Belohnung.
Deshalb haben mich auch die vielen persönlichen Nachrichten und Dankeschöns zu meinem Abschied sehr berührt.
Sie haben mir gezeigt, dass all die Zeit, die Ideen und das Engagement nicht selbstverständlich waren – und vor allem, dass daraus viele schöne Erinnerungen entstanden sind.
Dafür möchte ich Euch von Herzen danken.
Danke für Euer Vertrauen.
Danke für Eure Begeisterung.
Danke für Eure Unterstützung.
Danke für die vielen Gespräche unterwegs.
Danke für das gemeinsame Lachen.
Danke für unzählige gemeinsame Kilometer.
Und danke dafür, dass Ihr immer wieder mit mir losgezogen seid.
Mein besonderer Dank gilt auch all den Menschen, die im Hintergrund geholfen, unterstützt, organisiert oder einfach mit angepackt haben, wenn Hilfe notwendig war.
Ohne Euch wäre vieles nicht möglich gewesen.
Nun endet noch ein weiterer langer Weg
Als ich mich von der Freizeit- und Wandergruppe verabschiedete, wusste ich bereits, dass sich in meinem Leben einiges verändern würde.
Inzwischen ist aus diesem Gedanken Realität geworden.
2026 ist für mich zu einem Jahr des Abschieds, aber gleichzeitig auch zu einem Jahr des Aufbruchs geworden.
Nach mehr als 30 Jahren habe ich meine berufliche Tätigkeit im Botanischen Garten gekündigt. Ein Arbeitsplatz, der über drei Jahrzehnte ein großer Teil meines Lebens war, liegt damit bald hinter mir.
Ab Oktober beginnt für mich beruflich ein vollkommen neues Kapitel.
Und auch mein langjähriges ehrenamtliches Engagement beim LAB Hamburg geht zu Ende.
Bereits auf der Delegiertenversammlung 2024 hatte ich angekündigt, darüber nachzudenken, mein Amt zur Verfügung zu stellen. Nun ist die Entscheidung gefallen:
Am 18. September 2026 endet nach zwölf Jahren meine Arbeit im Vorstand des LAB Hamburg. Seit 2021 durfte ich als Landesvorsitzender besondere Verantwortung für unseren Verein übernehmen.
Auch diese Jahre werde ich nicht vergessen. Der LAB steht für Gemeinschaft, Begegnung und dafür, Menschen die Möglichkeit zu geben, aktiv zu bleiben und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Gemeinsam mit vielen engagierten Menschen durfte ich unseren Verein begleiten, Veränderungen mitgestalten, Entscheidungen treffen und dazu beitragen, den LAB für die Zukunft aufzustellen.
Darauf blicke ich mit großer Dankbarkeit zurück.
Gleichzeitig bin ich davon überzeugt, dass es nach einer langen Zeit richtig ist, den Staffelstab weiterzugeben.
Neue Menschen bringen neue Ideen. Neue Ideen bringen neue Möglichkeiten. Und genau davon lebt eine Gemeinschaft.
Wenn aus Abschied Aufbruch wird
Wenn ich heute auf die vergangenen Jahrzehnte zurückblicke, wird mir erst richtig bewusst, wie sehr mein Leben vom ehrenamtlichen Engagement geprägt war. Freizeitgruppe. Wandergruppe. LAB.
Unzählige Veranstaltungen, Sitzungen, Gespräche, Entscheidungen, Wanderungen und vor allem Begegnungen.
Fast 30 Jahre, in denen das Ehrenamt einen festen Platz in meinem Leben hatte.
Eine Veranstaltung dauert vielleicht nur ein paar Stunden. Eine Wanderung vielleicht nur einen Tag.
Aber eine Begegnung kann viel länger bleiben.
Vielleicht liegt genau darin für mich der größte Erfolg dieser fast 30 Jahre: Menschen sind miteinander in Kontakt gekommen, Freundschaften sind entstanden und Gemeinschaften haben sich gebildet.
Ämter enden.
Veranstaltungen gehen vorbei.
Wanderungen erreichen irgendwann ihr Ziel.
Aber Gemeinschaft kann bleiben.
Was bleibt?
Es bleiben keine Ämter.
Es bleiben keine Tagesordnungen.
Es bleiben keine Teilnehmerlisten.
Es bleiben die Menschen und die Erinnerungen.
Die gemeinsamen Wanderungen.
Die Gespräche unterwegs.
Das Lachen.
Die kleinen Pannen, über die man später besonders gerne erzählt.
Die Freundschaften, die entstanden sind.
Und die Gruppen, die sich bis heute treffen.
Wenn ich aus all den Jahren eines gelernt habe, dann dieses:
Nicht die Kilometer machen einen Weg besonders – sondern die Menschen, mit denen man ihn geht.
Deshalb wünsche ich Euch von Herzen, dass Ihr weiterhin gemeinsam unterwegs seid.
Trefft Euch. Unternehmt etwas. Geht hinaus. Entdeckt neue Wege. Lacht miteinander.
Und vielleicht denkt Ihr irgendwann bei einer Wanderung, einem Ausflug oder einer gemütlichen Kaffeepause einmal an unsere gemeinsame Zeit zurück.
Dann würde mich das sehr freuen.
Und wer weiß?
Vielleicht begegnen wir uns irgendwo wieder.
Auf einem Wanderweg.
In Hamburg, Nürnberg oder irgendwo anders in Deutschland.
Bei Kaffee und Kuchen.
Oder irgendwo dort, wo keiner von uns damit gerechnet hat.
Dann heißt es vielleicht gar nicht mehr „Tschüss“.
Sondern einfach: „Moin Heiko, lange nicht gesehen!“
Und darauf freue ich mich schon heute.
Bis dahin wünsche ich Euch von Herzen alles Gute.
Bleibt neugierig.
Bleibt draußen unterwegs.
Bleibt miteinander verbunden.
Bleibt gesund.
Und vor allem: Bleibt immer in Bewegung.
Nach fast 30 Jahren ehrenamtlichen Engagements schließt sich für mich nun ein großer Kreis.
Ich gehe mit einem wehmütigen Gefühl – aber vor allem mit großer Dankbarkeit, Zufriedenheit und Vorfreude auf das, was vor mir liegt.
Denn beim Wandern habe ich eines gelernt:
Wenn ein Weg endet, bedeutet das nicht, dass die Reise vorbei ist. Manchmal beginnt genau dort der schönste neue Weg.
In diesem Sinne sage ich von Herzen:
Tschüss!
Danke für alles – und danke für fast 30 unvergessliche Jahre.
Euer Heiko
Hamburg - September 2026

Foto: Führung auf dem Bunkerdach des Feldstraßenbunkers mit meiner Freizeitgruppe „Ausflüge und Besichtigungen“.